My boobs, my business!

My boobs, my business!

My boobs, my uterus, my body – my business!

This is not a privilege, this is a human right! Yet women all around the globe still have to fight for it. They have to fight for the right to make decisions about their own body. And even in a country evolved as Germany, women still have to fight for self-determination in particular and feminism in general.

On that notice, no country in the world can yet say that they have achieved gender equality. And let’s be clear – that is what feminism stands for. By definition, it is the belief that men and women should have equal rights and opportunities.

Therefore the message „My boobs, my business!“ is more than a nice little alliteration. It is a public criticism of the current social and legal system and a proclamation of feminism and thereby equality of all human beings!

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Von Orangenhaut, Selbstliebe und das Problem mit dem Vergleichen

Von Orangenhaut, Selbstliebe und das Problem mit dem Vergleichen

Eigentlich bin ich soweit mit meinem Körper zufrieden. Eigentlich. Doch manchmal gibt es diese Tage, an denen ich mit nichts an mir zufrieden bin. Die Brüste zu klein, die Oberschenkel zu wuchtig. Die Dellen im Po zu tief. Die Wangenknochen nicht markant genug, die Finger komisch geformt – wenn ich mir viel Mühe gebe, kann ich dann beinahe alles an mir selbst schlecht reden.

Zum Glück kommen diese Tage mittlerweile nur noch selten vor. Denn im Laufe der Zeit hat sich meine Selbstwahrnehmung geändert. Mir zu Liebe habe ich Abstand von den nicht enden wollenden Vergleichen genommen. Peu à peu habe ich meinen Körper als den wahrgenommen, der er ist. Als mein eigener, besonderer, ständiger Belgeiter, dessen  Wert nicht durch optische Unzulänglichkeiten geschmälert werden kann.

Trotz dieser Erkenntnis hegten mich ein paar kleine Zweifel, als ich das obrige Bild vor ein paar Wochen auf Instagram postete. Zweifel und die Angst davor, ob die Betrachter des Bildes nur ein Auge für die Unperfektheit meines Körper haben würden. Daher kam auch folgende Bildunterschrift zustande.

„Vielleicht denkt die eine oder der andere: Mensch, die Beine hätte sie aber ein wenig retuschieren können oder sich wenigstens anders hinstellen können. Denn ja, die 🍊-Haut gibt auch einen kleinen Morgengruß von sich. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Ich sag „Guten Morgen!“ zurück. Und sage Ja zu Orangenhaut, Narben, Dehnungsstreifen und der kleinen Oberweite. Entspricht nicht dem medialen Schönheitsbild? Na und? Das ist mein Körper. Mit all seinen kleinen Unperfektheiten erzählt er meine Geschichte – ist mein ständiger Begleiter. Körper, ich mag dich! Gerade, weil du nicht so perfekt bist sondern Charakter zeigst. ☝🏼“

Die positive Resonanz und all der Zuspruch waren überwältigend. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Und all meine Euphorie konnte auch ein etwas kritischer Kommentar nicht schmälern. „Hä?! Du weißt ja wohl selbst, dass die Beine perfekt aussehen. Man sieht keine Narben und nischt. Wenn du versuchst, das hier als unperfekt und voll von Makeln zu präsentieren, ist das nicht gerade eine angenehme Message für Leute, die wirklich optisch nicht den Idealen entsprechen.“ Es mag seltsam klingen, doch ich hab mich beinahe ein wenig über dieses Kommentar gefreut. Denn es gab mir die Möglichkeit auf eine unschöne Eigenart unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen.

In der Handlung des Vergleichs sprechen wir dem anderen seine Wahrnehmung und seine Gefühle ab. „Stell dich nicht so an! Anderen geht es viel schlimmer!“ heißt es dann. Der Vergleich verleitet zu Wertungen, wo oftmals keine geltend gemacht werden sollten. Insbesondere, wenn Emotionen und Selbstwahrnehmung im Spiel sind. Sicherlich kann mir mein Gegenüber gerne sagen, dass meine Beine in seinen Augen perfekt sind, und es kann ihm darüber hinaus unverständlich vorkommen, dass ich dies etwas anders sehe. Doch meine Selbstwahrnehmung sollte mir mein Gegenüber dennoch nicht in Abrede stellen. Denn wo würde das denn hinführen? Würden wir den Einarmigen sagen: „Stellt euch nicht so an, es gibt Menschen, die haben keine Arme!“ Wir würden der Empathie den Rücken kehren. Im Vergleich nehmen wir nicht mehr den Menschen an sich wahr. Im Vergleich reduzieren wir ihn auf das, was wir wahrnehmen, selbst wenn wir ihn im Vergleich eigentlich aufwerten.

Dennoch tat es mir auch ein wenig Leid, dass dort jemand Anstoß an meinen Worten genommen hatte. Es war nicht meine Intention zu sagen, dass Dehnungsstreifen, die kleinen Dellen in meinen Oberschenkeln und Narben, ‚der Markel schlechthin‘ sind. Da wären wir nämlich auch wieder beim Vergleichen. Es geht mir im Kern viel mehr um Selbstwahrnehmung, -akzeptanz und -liebe. Ein Thema, dass, so glaube ich, alle Menschen betrifft. Denn egal, wie perfekt sie äußerlich für andere erscheinen mögen, bedeutet das nämlich nicht automatisch, dass sie dies selbst auch so empfinden. Das die Hürden für Selbstliebe für Menschen, die „wirklich optisch nicht den Idealen entsprechen“ höher sein mag, kann ich mir vorstellen. Doch letztlich widerspricht dieser Gedanke nicht meinen Worten. Im Kern, geht es darum, uns selbst zu akzeptieren und zu lieben. Ganz gleich, wie unsere physischen Attribute sind. Insbesondere, da Selbstliebe nicht nur durch Optik definiert ist sondern viel mehr eine praktische Handlungsweise gegenüber sich selbst ist.

Und plötzlich hat man genug von all den Menschen.

Und plötzlich hat man genug von all den Menschen.

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edes Tête-à-Tête im Menschenzirkus, das von Falschheit, Undankbarkeit und Ungerechtigkeit geprägt ist, lässt den kleinen Misanthrop in mir lauter werden. „Warum sind die Menschen bloß so? Warum verhalten sie sich wider aller Liebe, Vernunft und Moral?“

Antwort auf diese Frage haben bereits etliche zu geben versucht. Je nachdem welche Disziplin sie vertraten, war nicht nur ihre Antwort sondern auch ihre Frage philosophisch/theologisch/psychologisch/medizinisch/etc. ausgelegt ung geprägt. Denn Liebe, Vernunft und Moral sind nicht gerade bekannt dafür, Begrifflichkeiten mit einer einfachen Einheitsdefinition zu sein.

Dem Philanthropen in mir ist das bewusst. Den Misanthropen in mir schert das allerdings nicht. Er hängt zu sehr an dem Bild einer Menschheit, die Nächstenliebe als Basis ihres Handelns versteht. Ja, der Misanthrop in mir, ist recht theologisch geprägt. Und am Ende des Tages ist er wohl gar kein richtiger Misanthrop, sondern eher ein Philanthrop, der ein wenig menschenmüde geworden ist… Die Hoffnung hat er allerdings noch nicht an den Nagel gehängt! Er glaubt noch immer daran, dass sich der Mensch am Ende des Tages aktiv für ein liebevolles Miteinander entscheidet.

Und somit entscheide ich mich (un-)bewusst für die Liebe als Maß aller Dinge. Nicht für die Vernunft, noch für die Moral. Denn Letztere sind für mich sehr flexible Zeitgenossen. Formbar und anpassungsfähig wie ein Chamäleon passen sie sich an den vorherrschenden Tenor im System an. Doch die Liebe, sie erscheint mir als ein Universalgut. Eines, an dem man nicht so leicht rütteln kann. Eines, das Beständigkeit aufweist, egal wie stürmisch die Zeiten um einen herum sind.

Kleiner Kant-Exkurs

Während ich mich mit den Begrifflichkeiten der Philanthropie und Misanthropie auseinerander gesetzt habe, bin ich natürlich auf den guten alten Kant – bei dem das Maß aller Dinge die Vernunft ist – gestoßen. Paraphrasiert sieht Immanuel die ganze Angelegenheit in etwa so: Zunächst einmal unterscheidet er in zwei unterschiedliche Art von Philanthropen. (Natürlich ist nur eine die wirklich wahre Variante.) Philanthrop Nummer 1, nennen wir ihn mal Phillip, empfindet Wohlsein und Vergnügen, wenn es seinen Mitmenschen gut geht. Philanthrop Nummer 2, Filip, empfindet dies auch und setzt sich darüber hinaus aktiv für Wohlergehen seiner Mitmenschen ein. Und das ist für Kant am Ende auch der einzig wahre Philanthrop. Denn für ihn ist Philanthropie nicht nur eine Empfindung sondern eine klare Handlunganweisung(/-maxime). Darüber hinaus stellt Kant den Misanthropen und den ästhetischen Misanthrop vor. Ersterer lässt die Philanthropie links liegen, weil er es will. Und Zweiterer, weil er nicht anders kann. Der Misanthrop hasst Menschen und tut somit alles, um ihnen Schlechtes zuzufügen. Der ästhetische Misanthrop will den Menschen zwar Gutes, allerdings ist er so von ihnen enttäuscht und gekränkt, dass er sich (wider aller Vernunft) zurück zieht.

Menschenliebe (Philanthropie)
Betreffend der Maxime der Handlungen, wird von Kant als praktisch angesehen. Ergo als ein tätiges Wohlwollen den Menschen gegenüber.

Philanthrop
a) Menschenfreund (Phillip) als bloß Menschenliebender
Derjenige, der Vergnügen und Wohlsein empfindet, wenn es einem anderen wohl ergeht, nennt Kant Menschenfreund. 

b) Freund des Menschen (Filip) 
Derjenige, der nicht nur Vergnügen und Wohlsein empfindet, wenn es anderen wohl ergeht, sondern auch aktiv etwas für deren Wohlergehen (tätiges Wohlwollen) unternimmt.

Misanthrop (Menschenfeind in praktischem Sinne)
Demgegenüber steht laut Kant der Menschenfeind, dem nur dann wohl ist, wenn es anderen übel ergeht. Er wiedersetzt sich stes der Maxime der Philanthropie und feindet den Menschen an und will ihm ein Übel.

Solipsista (Selbstsüchtiger) 
Dem Selbstüchtigen ist es gleichgültig, wie es anderen ergeht. Er ist nur auf sein eigenes Wohlergehen bedacht.

ästhetischer Misanthrop 
Vom ästhetischen Misanthrop spricht Kant, wenn er denjenigen beschreibt, der zwar den Menschen Wohlwollen gegenüber empfindet, allerdings kein Wohlgefallen an ihnen finden kann und sich daher vor Menschen scheut und sich von ihnen abkehrt (Anthropophobie).